Fragebogen falsch ausgefüllt – Kein Geld von der Versicherung

Man denkt sich nach einem Unfall, das ist eine klare Sachlage. Da kann ich nichts verlieren. Die freundliche Versicherung des Unfallgegners ruft auch noch an und bietet ihre Hilfe an. Man soll lediglich einen Fragebogen ausfüllen. Nichts einfacher als das, denkt man. Was viele nicht wissen: Beim Ausfüllen des Fragebogens werden die größten Fehler gemacht, oft aus Unwissenheit. Hat die Versicherung erst mal alle Angaben schwarz auf weiß, werden Sie an Ihrer Aussage „festgenagelt“. Schnell wird noch der Sachverständige der Versicherung vorbeigeschickt (man will Ihnen keine Kosten verursachen …), und der Sachschaden ist gleich um einige hundert Euro niedriger bewertet worden. Denken Sie daran: Sie haben einen Gegner – die Versicherung des Unfallgegners. Der Preiskampf auf dem Versicherungsmarkt hat dazu geführt, dass die Versicherungsbranche um jeden Preis versucht die Kosten zu senken. Hat Ihnen Ihre Werkstatt schon einmal das Angebot gemacht, den Unfall gleich mit der Versicherung „abzuwickeln“? Dabei haben Sie sich bis jetzt nichts weiter gedacht. Achtung! Fast alle Werkstätten arbeiten eng mit den Versicherungen zusammen. Man will sie praktisch abfangen, bloß nicht zum Anwalt, der dann im Sinne des Mandanten realistische Schadensersatzpositionen geltend macht.

Wussten Sie, dass die gelben Notrufsäulen eine Einrichtung der Versicherungsbranche sind? Ein Anruf und man wird gleich zur zuständigen Versicherung durchgestellt, die Versicherung des Unfallgegners hat Sie gleich „an der Strippe“ und kann Absprachen mit Ihnen treffen. Gleiches gilt für den Zentralruf der Autoversicherer. Über Ihr Telefonat werden genaue Aufzeichnungen geführt, oft wissen Sie gar nicht mehr, was Sie alles der Versicherung preisgegeben haben. Die Alternative: Rufen Sie direkt einen spezialisierten Verkehrsanwalt vom Unfallort an. Anwälte haben die Aufgabe, ausschließlich in Ihrem Interesse zu handeln. Damit machen Sie sich das Leben so einfach. Sie vereinbaren mit dem Anwalt einen Termin, kurz darauf hat sich die Kanzlei schon bei der Versicherung gemeldet und hält Ihnen den Rücken frei. Denken Sie daran: Die Mehrzahl meiner Appelle kommen viel zu spät. Immer wieder höre ich: „Ich dachte, ich brauche keinen Anwalt. Ich war der Meinung, dass ich im Recht bin“.

Dr. iur. Henning Karl Hartmann
Rechtsanwalt in Oranienburg bei Berlin