Berliner Tresorraubprozess: Verhandlungstag am 18.1.24

Zu Beginn der Hauptverhandlung am 18.1.24 bat RA Plunderich um das Wort. Zur Erinnerung: er vertritt den Angeklagten Kenan Skrijeli. Der Rechtsanwalt kündigte an, eine Erklärung seines Mandanten verlesen zu wollen. Weiterhin gab er an, dass sein Mandant keine Fragen dazu beantworten wolle.

Der Angeklagte räumt ein, im November 2022 für zwei Tage als neuer „Sicherheitsmitarbeiter“ in der Schließfachanlage tätig gewesen zu sein. Weiterhin räumt er ein, am Tage der Straftat eine der Personen gewesen zu sein, die die Überwachungskameras durch Übersprühen unbrauchbar gemacht hatten.

Als erste Zeugin des Tages war Frau Kelici erschienen. Aus gesundheitlichen Gründen war sie den letzten beiden Ladungen fern geblieben. Frau Kelici – türkischer Muttersprache – war Reinigungskraft bei der Vallog GmbH. Zu einem unbestimmten Zeitpunkt im November 2022 erhielt sie die Nachricht von einer Mitarbeiterin der Vallog – vermutlich Frau Müller – dass es in der Anlage einen neuen Wachdienst gäbe und dies wohl „Landsleute“ seien. In den Anlage traf sie zwei Männer, die sie als den „dunklen“ und den „hellen“ Mann beschrieb. Beide sprachen aber kein Türkisch. Die Antwort auf ihre Frage, wo sie denn her kämen hat sie nicht verstanden. Es könnte Syrien gewesen sein. Beide Männer trugen Maske und Käppi, beide waren zwischen 1.70 und 1.80 m groß. Bei den polizeilichen Vernehmungen hatte sie den „hellen“ Mann klar wiedererkennen können als einen der beiden Männer, die die Kameras übersprüht hatten.

Der zwei Zeuge war wiederum ein Geschädigter. Herr Go (43), Händler von antikem Schmuck, war vor einigen Tagen bereits als Zeuge aufgetreten, hatte da aber noch weder Fotos noch Verzeichnis des entwendeten Inhalts seines Schließfachs vorweisen können. Diese legte er nun vor. Nach einer längeren Pause, die das Gericht zum Scannen der Bilder benötigte, wurden Lichtbilder der einzelnen Schmuckstücke vorgelegt. Wieder gab es Diskussionen über den Wert der einzelnen Teile. Einige der Schmuckstücke waren unersetzbar, weswegen die Kategorie des Wiederbeschaffungspreises nicht anzuwenden war. Allein den Materialpreis der einzelnen Schmuckstücke anzuwenden griff aber auch zu kurz.

Gegen 12 Uhr würde die Verhandlung auf kommenden Montag vertagt.

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